DIE DIGITALISIERUNG DES SILAGEMANAGEMENTS

Entwicklung einer intelligenten Sensorplattform zur Erntemengenerfassung- und Management von Silagen

MOTIVATION

Im selben Maße wie andere Produktionsrichtungen steht auch die Landwirtschaft vor der Herausforderung, Emissionen zu verringern und die zur Verfügung stehenden Ressourcen effizient zu nutzen. Diese Herausforderung stellt die Motivation hinter SilageControl dar.

Klima

Wetterextreme, wie ausgeprägte Dürreperioden oder Phasen starker Niederschläge haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Besonders hervorzuheben sind hier die Jahre 2018 und 2019, in denen wenig Futter und Substrat zur Energieerzeugung vorhanden war. Gleichzeitig stammen 7,4% der Treibhausgasemmisionen in Deutschland aus landwirtschaftlicher Produktion. Wie alle Sektoren muss auch die Landwirtschaft das Ziel verfolgen, klimaneutreal zu werden, um die schon bestehenden Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen.

Silage

Silage bezeichnet Pflanzenmaterial, das zur ganzjährigen Lagerung unter Abschluss von Luft konserviert wird. Diese werden zur Ernährung von Kühen und zur Energieerzeugung eingesetzt. Um in Zukunft besser mit Klimaextremen umgehen zu können, müssen Silagevorräte hinsichtlich Menge und Qualität genau bekannt sein. Um die Ressourcen möglichst effizient zu nutzen, ist weiterhin die Erfassung der relevanten Qualitätsparameter für den Vorgang der Silierung von entscheidender Bedeutung, um Verluste etwa durch Schimmel zu vermeiden.

Düngung

Ein Ziel, das zur Erreichung der Klimaschutzziele 2030 benannt wurde, ist die Senkung der Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine entzugsbasierte Düngung, die sich an realisierten Erträgen der Flächen orientiert, unerlässlich. Hierfür muss zwingend der Ertrag der Futterflächen ermittelt werden. Ein Großteil Betriebe hat keine Technik zur Ertragserfassung, schon gar nicht auf Schlagebene. Eine Düngung, die sich am Entzug orientiert, ist somit nicht möglich. Um die oben genannten Aufgaben zu erfüllen ist es nötig, intelligente und kostengünstige Sensorsysteme zu entwickeln, die einsilierten Mengen und deren Verbrauch sowie im Prozess entstandene Verluste exakt und automatisiert abzubilden und zu dokumentieren.

ZIELE

Ein marktreifes System zur Erfassung der Erntemengen, Qualität und Online-Ermittlung der auf den landwirtschaftlichen Betrieben vorhanden Silagemengen ist das übergeordnete Ziel des Projektes SilageControl. Dieses Ziel hat sich das Projektkonsortium für die Laufzeit des Projektes vom 1. Dezember 2021 bis 31 Januar 2025 gesetzt. Auf folgenden Punkten liegt dabei ein besonderer Fokus:

Optimierung der Silierung

Siliert und gelagert werden die Ernteerzeugnisse überwiegend in Fahrsilos. Sensorik und digitale Methoden zur Prozessoptimierung werden aktuell vor allem im Bereich der Erntetechnik, zum Beispiel in Feldhäckslern, eingesetzt. Wenig berücksichtigt wird bislang das zur Verdichtung eingesetzte Walzfahrzeug, mit dem sich für die Silierung und anschließende Verwertung des Erntegutes wichtige Parameter erheben lassen, deren Kenntnis entscheidend für die Vermeidung von Verlusten ist. An diesem Punkt setzt SilageControl an, das als Sensorplattform auf dem Walzfahrzeug montiert wird.

Landwirtschaft 4.0

Im Rahmen von SilageControl werden modernste IT-Technologien eingesetzt. Mit der Verwendung von internetgestützten Sensoren kommt das Internet der Dinge auf den landwirtschaftlichen Betrieb. Cloud Technologien ermöglichen die skalierbare Datenspeicherung und -auswertung. Der geplante Einsatz von digitalen Zwillingen unterstützt die Softwareentwicklung und gibt Aufschluss über den Stand der Silierung. Die gewonnen Daten helfen den Betrieben zukunftsfähiger zu werden und durch die lückenlose Dokumentation die Transparenz von vorgelagerten Bereichen bis hin zu den Verbrauchern*innen zu gewährleisten.

Bereitstellung von Kennzahlen

Zusätzlich zur Erfassung von Erntemengen wird SilageControl automatisiert Daten zum Silageverbrauch während der Entnahme erfassen. Aus den ermittelten Tagesentnahmen und sich daraus ergebenden Verbräuchen lässt sich die zeitliche Reichweite und damit verbunden die verbleibende Nutzungsdauer bestimmen. Aus Daten kann zudem die Effizienz, basierend auf einer All-in All-out Bilanzierung, errechnet werden, etwa um den CO2-Fußabdruck zuverlässig zu bestimmen.

PROJEKTKONSORTIUM

Arbeitsgruppe Software Engineering
Silolytics GmbH
Blunk GmbH

FÖRDERER